Wie man das Moosmuster häkelt
Häkelmaschen Basics

Ohne Moos, geht's in die Hos...
Was geht aaaaaaab?
Ich hab wieder ein feines kleines Tutorial am Start mit einer weniger bekannten Häkelmasche, die aber gerade bei Amigurumi-Designs extrem praktisch sein kann und euren Projekten das gewisse Etwas verleiht. Wir schauen uns an wie man das Moosmuster häkelt! Egal ob ihr noch blutjunge Häkelanfänger seid oder schon alte Hasen die nur schnell nachschauen wollen wie das Moosmuster (auf Englisch auch als Moss Stitch oder Linen Stitch, auf Deutsch auch als Leinenmuster oder Granitstich bekannt) nochmal genau geht, diese Anleitung ist genau die richtige für euch.
Im Grunde basiert das Häkeln von Amigurumi auf einfachen Techniken (wie so vieles aus Japan, was oft genau das ist was auch die besondere Schönheit ausmacht), weshalb man normalerweise nicht wahnsinnig viele verschiedene Arten von Maschen braucht. Aber ab und zu kann man mit ein paar Maschen neben der festen Masche, Zunahmen und Abnahmen seinen Designs nochmal extra Swagger verleihen (und sich das Designer-Leben oft auch einfach um einiges leichter machen). Genau hier kommt das Moosmuster ins Spiel!
Ich hab kein Moos…
Das Leinenmuster hat seinen anderen Namen, Moosmuster (bzw. den englischen Namen Moss Stitch), zu Ehren von NFL-Legende Reinhold Moos bekommen, weil die Masche quasi jede zweite Masche überspringt, was genau dem ähnelt wie der Hall of Fame Wide Receiver gegnerische Verteidiger “gemoss’d” hat, indem er über sie drübergesprungen ist und ihnen den Ball vor der Nase weggeschnappt hat. Das stimmt vielleicht nicht zu 100%, aber hey, zumindest werdet ihr euch den Namen Moosmuster jetzt für immer merken. Gut, oder?

Jetzt aber mal Scherz beiseite: beim Moosmuster häkelt man im Prinzip feste Maschen, aber mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass man nur jede zweite Masche tatsächlich häkelt und dazwischen mit Luftmaschen auffüllt. Das ergibt extrem flache Strukturen die viel leichter und luftiger sind als klassisches Häkelstrukturen, und dabei trotzdem mega einfach bleiben und schnell gehen, weil man nur die Hälfte der Maschen macht die man für gleich lange Reihen normalerweise bräuchte.
Weil wir es nur mit einer Kombination aus festen Maschen und Luftmaschen zu tun haben, ist das Moosmuster super einfach zu lernen und ihr werdet sie sofort drauf haben, selbst wenn ihr noch ganz am Anfang eurer Häkelkarriere steht. Im Gegenteil, gerade wenn ihr noch Anfänger seid, solltet ihr das Moosmuster unbedingt lernen!
Wofür kann man das Moosmuster verwenden?
Jemand wie ich, der viel mit dünneren Garnstärken arbeitet wenn es ums Designen und Häkeln von Amigurumi geht und dabei aber trotzdem viele Details einbauen will, für den ist das Moosmuster ein Geschenk des Himmels. Vor allem wenn man seinen kleinen Amigurumi-Figuren ein paar gehäkelte Accessoires und Fits verpassen will. Ich hab zum Beispiel einmal dringend eine Masche gebraucht die so flach wie möglich ausfällt, weil ich winzig kleine Bandanas für meine Amigurumi machen wollte. So bin ich schlussendlich beim Moosmuster gelandet.

Neben Amigurumi-Gewand ist das Moosmuster auch super zum Häkeln von Kleidung für echte Menschen, sei es Schals, Decken, … was auch immer euch einfällt. Außerdem ist das Moosmuster extrem praktisch beim Entwerfen von Häkeldesigns (einfach kurz einen Draft von etwas erstellen), weil es einfach so schnell geht.
Aber genug jetzt mit dem Gerede. Auf zum Häkeln!
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Starte mit einer Luftmaschenkette in der gewünschten Länge. Alles ganz normal soweit. Das einzig wichtige ist, dass die Kette eine gerade Anzahl an Maschen hat. Weil das Moosmuster darauf basiert, nur jede zweite Masche zu häkeln, ist das entscheidend dafür, dass die Maschenzahl am Ende stimmt, was mit einer ungeraden Anzahl an Maschen in der Luftmaschenkette nicht gehen würde.

Normalerweise würde man jetzt in die 2. Luftmasche von der Nadel aus einstechen, ABER beim Moosmuster wird stattdessen eine feste Masche in die 4. Luftmasche von der Nadel gehäkelt. Dadurch entsteht eine kleine, zusätzliche Schlaufe.

1 Luftmasche häkeln und dabei die nächste Masche überspringen.

Jetzt geht’s abwechselnd weiter: 1 feste Masche in die nächste Masche und dann 1 Luftmasche während man gleichzeitig die darauffolgende Masche überspringt. Damit machst du weiter bis du am Ende der ersten Reihe angekommen bist.

Am Ende der Reihe 2 Luftmaschen häkeln und das Stück umdrehen.

Ab jetzt wird für jede weitere Reihe in die jeweilige Luftmaschenlücken der vorherigen Reihe eine feste Masche gehäkelt. Die Luftmaschenlücke ist das Loch, das zwischen zwei festen Maschen entstanden ist, weil du dort eine Masche übersprungen und stattdessen eine Luftmasche gemacht hast. Das heißt, du machst jetzt immer dort eine feste Maschen hin, wo in der vorherigen Reihe Luftmaschen waren, wodurch ein abwechselndes Muster entsteht, das man an der fertigen Moosmusterstruktur auch deutlich erkennen kann.

Genau wie in der ersten Reihe, geht’s weiter mit 1 Luftmasche bevor du eine feste Masche in die nächste Luftmaschenlücke häkelst. Ab der 2. Reihe musst du auch nicht mehr bewusst Maschen überspringen, weil es eh nur noch jede zweite Masche eine Luftmaschenlücke aus der vorherigen Reihe gibt.

Weiter geht’s mit dem Moosmuster, also immer abwechselnd eine feste Masche in eine Luftmaschenlücke der vorherigen Reihe gefolgt von einer Luftmasche. Nicht vergessen am Ende jeder Reihe 2 Luftmaschen zu häkeln!

Was wenn ich das Moosmuster in der Runde häkeln will?
Das Moosmuster in der Runde zu häkeln funktioniert im Grunde genauso wie in der Reihe, nur dass die 2 Luftmaschen am Ende wegfallen. Man muss einfach nur in einem magischen Ring anfangen und darauf achten, dass die Maschenzahl jeder Runde eine gerade Zahl ergibt.
Wenn du eine Zunahme machen willst, häkelst du einfach 2 Moosmuster-Maschen (bestehend aus jeweils einer festen Masche und einer anschließenden Luftmasche) in nebeneinanderliegende Maschen, ohne dabei für die Luftmasche der ersten Moosmasche eine Masche zu überspringen.
Für eine Abnahme ziehst du einfach für die nächsten 2 Maschen jeweils eine Schlaufe hoch und ziehst dann den Faden durch alle drei Schlaufen auf der Nadel, um die Abnahme als feste Masche abzuschließen. Danach machst du wie gewohnt mit einer Luftmasche weiter.

Respekt Oida, jetzt hast du auch das Moosmuster drauf! 💯
Fettes DANKE, fürs Häkeln mit meiner Anleitung! 💜💛
Sei nicht schüchtern und schreib mir jederzeit auf Instagram oder per E-Mail wenn du irgendwelche Fragen zur Anleitung oder allgemein hast.
knotoriousloops.com






